Kommunikation

Das Kommunikations- und Informationsprogramm der UNESCO

Angesichts der revolutionären Veränderungen durch die neuen Technologien versteht sich die UNESCO als ein internationales Forum zur Reflexion und Debatte der gesellschaftlichen, kulturellen, ethischen und rechtlichen Folgen dieser Umwälzungen für die „Informationsgesellschaft“. Den mit den neuen Medien verbundenen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation stehen etliche Risiken gegenüber:
Die Gefahr einer kulturellen und sprachlichen Homogenisierung, eine größer werdende Kluft in der Informationsverteilung zwischen reichen und ärmeren Ländern, das Risiko der Marginalisierung von Teilen der Bevölkerung oder der Verlust des dokumentarischen Erbes durch den rasanten technologischen Fortschritt.

Die UNESCO setzt sich weltweit für einen universellen Zugang zu Information und Wissen ein. UNESCOs Ziel ist der Aufbau einer Wissensgesellschaft, die auf Wissenstransfer unter Einbeziehung aller soziokulturellen und ethischen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung beruht. Das zwischenstaatliche Programm „Information für Alle“ / „Information for All“ (IFAP) wurde zur Erreichung dieser Ziele eingesetzt und zielt darauf ab, universelle ethische, rechtliche und gesellschaftliche Standards zu setzen.

Ein großer Arbeitsschwerpunkt der UNESCO ist die Förderung der Meinungs- und Ausdrucksfreiheit, besonders in Kriegs- und Konfliktregionen. Auf Vorschlag der UNESCO haben die Vereinten Nationen 1991 den Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai ausgerufen. Weiters verleiht die UNESCO jährlich den UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize und unterstützt unabhängige Medien, speziell in Konflikt- und Postkonflikt Regionen.

Die Förderung der kulturellen Vielfalt und des Pluralismus in den Medien und weltweiten Informationsnetzwerken bildet einen weiteren Schwerpunkt. Die UNESCO unterstützt vor allem marginalisierte und benachteiligte Regionen und Gruppen bei der Herstellung und Verbreitung von audio-visuellen Programmen.
Die Erhaltung des digitalen Erbes, die Digitalisierung und Langzeitarchivierung von digitalen Dokumenten stellen für die UNESCO eine wichtige Priorität dar. Mit dem 1992 eingeführten, erfolgreichen Programm „Memory of the World“, „Gedächtnis der Menschheit“, will die UNESCO den Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit (Bücher, Manuskripte, audiovisuelle Medien) weltweit sichern.

Mit ihren Leitgedanken und Prioritäten war die UNESCO maßgeblich in den UN-Weltgipfel über die Informationsgesellschaft (WSIS), der im Dezember 2003 in Genf und 2005 in Tunis stattgefunden hat, eingebunden.