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Dokumentenerbe

„Memory of the World“/„Gedächtnis der Menschheit“  
Foto: © Österreichische Nationalbibliothek

Joseph Daniel von Huber - Vogelschauansicht von Prag (1769)
Österreichische Nationalbibliothek, aufgenommen 2016

Joseph Daniel von Huber (1730/31-1788) war von 1765-1769 im Rahmen der ersten Landesaufnahme als Militärkartograph in Böhmen tätig. In dieser Zeit zeichnete er auf eigene Initiative eine perspektivische Darstellung der Prager Städte.

Diese basiert auf einem nicht verzerrten Grundriss, auf dem die Höhe der Bauwerke senkrecht nach oben und in proportionierter Länge abgetragen wurde. Bei dieser speziellen Form der kartenverwandten Darstellung handelt es sich um eine schiefe Parallelperspektive auf die waagerechte Bildebene, eine geometrische Konstruktion, die auch als Militärperspektive bzw. Bildkarte oder Bildplan bezeichnet wird. Mehrere Untersuchungen haben bestätigt, dass der Plan die Stadt topographisch weitgehend genau wiedergibt. Huber übermittelte sein Werk nach Wien. Im April 1769 präsentierte es der Präsident des Hofkriegsrats, Franz Moritz Graf Lacy (1725-1801) Kaiserin Maria Theresia. Diese ließ es für 250 Dukaten aus ihrer Privatschatulle ankaufen. Diese kartographisch konstruierte, bildliche Wiedergabe der Prager Städte kann und muss in Bezug auf ihr Format, in Bezug auf den inhaltlichen Gehalt und in Bezug auf die Qualität der Darstellung in eine Reihe mit den wichtigsten graphischen Repräsentationen von Städten gestellt werden. Sie gilt als herausragendes Beispiel repräsentativer spätbarocker Stadtansichten. Nach dem Ankauf durch Maria Theresia gelangte die Federzeichnung an die Hofbibliothek in Wien.

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