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Dokumentenerbe

„Memory of the World“/„Gedächtnis der Menschheit“  
Foto: © Österreichische Nationalbibliothek

Memory of Austria

Im Fokus des UNESCO Programms Memory of the World stehen Bewahrung und nachhaltiger Schutz von Dokumenten aller Art sowie der einfache Zugang zu diesem Wissen für möglichst viele Menschen. Jedoch ist diese Initiative auch ein Signal an die Öffentlichkeit: Der Aufwand zur Erhaltung von Dokumenten ist erheblich und steigt vor allem durch den rapid ansteigenden Zuwachs an digitalen Dokumenten. Denn jede Veränderung der Soft- und Hardwarelandschaft ist eine potentielle Bedrohung für die Existenz digitaler Daten. Es sind daher wesentlich intensivierte Anstrengungen nötig, um dieser „digitalen Amnesie“ entgegen zu wirken.

Neben dem internationalen Dokumentenerberegister wurde daher 2014 das österreichische nationale Memory of the World Register eröffnet. Dieses listet derzeit 41 für Österreich kulturell bedeutsame und historisch wichtige Dokumente und Sammlungen. Die Auswahl trifft ein eigens dafür eingerichteter Fachbeirat für Informationsbewahrung/Memory of the World Nationalkomitee.

Das Register umfasst u.a. wertvolle Handschriften, Urkunden, Drucke und audiovisuelle Dokumente und wird alle zwei Jahre durch Neuaufnahmen ergänzt. Die Bandbreite reicht von Dokumenten aus dem 12. Jhdt. über den Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye 1919 bis zum Nachlass von Robert Musil und Ingeborg Bachmann.

"Im Register wollen wir die historischen Epochen, die unterschiedlichen Dokumentengattungen und natürlich auch die Herkunft bzw. Standorte der Dokumente in Österreich möglichst ausgewogen zur Geltung bringen. Memory of the World schafft aber keine Rangordnung unter Dokumenten: Alle sind wichtig, der Meldezettel genauso wie eine mittelalterliche Handschrift. Die Bedeutung der gelisteten Dokumente - im Österreichischen Register genauso wie im Internationalen - soll das Verständnis für das eigentliche Ziel des UNESCO Programms, die nachhaltige Sicherung des vielfältigen Wissens, besonders deutlich veranschaulichen“, so Dr. Dietrich Schüller, Vorsitzender des Österreichischen Nationalkomitees für das Memory of the World Programme.

Die aufgenommenen Objekte werden auch in Form von Postkartensammlungen veröffentlicht. Die Postkarten zu den einzelnen Einträgen im Register sollen die physische Dokumentation unterstützen und das Register in der Öffentlichkeit sichtbar machen.

Daten & Fakten Dokumentenerbe