Bildung

Das Bildungsprogramm der UNESCO

„Jeder hat das Recht auf Bildung" – so heißt es in Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Bildung ist Grundvoraussetzung für soziale und wirtschaftliche Entwicklung.

Innerhalb des Systems der Vereinten Nationen koordinierte die UNESCO das weltweite Aktionsprogramm „Bildung für alle". Ziel war die Erreichung der sechs Weltbildungsziele, die bei der Weltbildungskonferenz in Dakar im Jahr 2000 beschlossen wurden. Das Aktionsprogramm läuft im Jahr 2015 aus.

Bildung ist eine Grundvoraussetzung für die Verbesserung der Lebensqualität, für die Überwindung von Armut, für die Erreichung der Chancengleichheit der Geschlechter, die Verringerung der Kindersterblichkeit und des Bevölkerungswachstums, nachhaltige Entwicklung, und letztendlich für Frieden und Demokratie.

Bildung soll dazu befähigen, aktiv und selbstbestimmt am öffentlichen Leben teilzunehmen und Gegebenheiten kritisch zu hinterfragen.

Bei der Umsetzung der Bildungsziele sollen weltweit alle Partner, insbesondere auch die Zivilgesellschaft und die Privatwirtschaft, einbezogen werden.
Bildungsqualität misst sich nicht allein an der Erfüllung von Leistungsstandards. Für die Österreichische UNESCO-Kommission ist sie geknüpft an Werte wie Toleranz, Solidarität, Verständnis für den anderen und Achtung der Menschenrechte, die für das friedliche Zusammenleben im 21. Jahrhundert unabdingbar sind.

In ihrem 70-jährigen Bestehen publizierte die UNESCO zwei wegweisende und bis heute relevante Bildungsberichte. Der „Faure“– Bericht (1972) begründet das Konzept „Lernender Gesellschaften“ und des „Lebenslangen Lernens“. Auf den „Delors“-Bericht (1996) geht das Konzept der „Vier Säulen des Lernens“ (Lernen um zu wissen, zu tun, zusammenzuleben und zu sein) zurück, im Mittelpunkt steht die Bildung der gesamten Persönlichkeit.

Der 2015 publizierte dritte UNESCO-Bildungsbericht „Rethinking Education“ zeichnet ein sehr umfassendes Bild der zentralen Herausforderungen für Bildungssysteme weltweit.

Die wichtigsten Punkte aus „Rethinking Education“:

In ihrem jährlichen Weltbildungsbericht misst die UNESCO die Fortschritte in der Bildung im internationalen Vergleich. Der diesjährige Education for All Global Monitoring Report ist der zwölfte und letzte in der laufenden Reihe der internationalen EFA-Bildungsberichte. Er analysiert die Fortschritte für jedes einzelne der Bildungsziele und erläutert Politiken und Strategien, die Fortschritte auf nationaler Ebene ermöglicht oder behindert haben. Darüber hinaus reflektiert er die Rolle, die Bildung in der Post-2015 Entwicklungsagenda einnehmen soll.

Alle drei bis vier Jahre richtet die UNESCO die Weltkonferenz der BildungsministerInnen aus.

Die UNESCO ist federführend für die Weltdekade der Alphabetisierung (2003–2012). Sie ist ebenso verantwortlich für die Umsetzung der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005–2014), deren Ziel es ist, den Gedanken auf allen Bildungsebenen zu verankern.